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Montag, 09.01.2017

Handelsbilanzieller Ausweis der Gewährung von Sachbezügen

Sachbezüge sind Leistungen eines Arbeitgebers, die er seinem Arbeitnehmer als (weitere) unmittelbare Gegenleistung für seine Arbeitsleistung in anderer Form als Geld gewährt. Infrage kommen z.B. Überlassung von Wohnung oder Kraftfahrzeug. Hierbei handelt es sich ertragsteuerlich um Sachbezüge, die nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewerten sind; umsatzsteuerlich handelt es sich um eine sonstige Leistung nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG. Regelmäßig hat der Arbeitnehmer die Ertragsteuern (über seine Gehaltsabrechnung) zu tragen hat und der Arbeitgeber die Umsatzsteuer. Bislang wurde häufig in Anlehnung an die lohn- und umsatzsteuerliche Behandlung die Sachbezugswerte als Personalaufwand und der korrespondierende Ertrag in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Fraglich ist, ob dies nach der Neudefinition der Umsatzerlöse nach BilRUG noch zulässig ist. Der HFA hat dies in seiner 243. Sitzung problematisiert und kommt zum Ergebnis, dass es sich bei der Ertragsbuchung um eine reine – vereinfachende – Korrekturbuchung handelt und der Ausweis unter den Umsatzerlösen nicht möglich ist.
Allerdings: es geht auch anders, und vor allem einfach: Dem Arbeitnehmer werden für seine Arbeitsleistung nicht nur Barlohn, sondern auch weitere Bezüge gewährt. Die betrieblichen Aufwendungen hierfür sind jedoch bereits in weiteren G+V- Positionen enthalten, z.B. in den Kfz-Kosten. Deshalb muss es auch zulässig sein, den Aufwand nicht noch einmal als Personalaufwand zu zeigen, sondern von vornherein nur die aufwandsmäßigen Folgen für das Unternehmen. Diese bestehen regelmäßig lediglich in der zusätzlich zu tragenden Umsatzsteuer, die demnach unter den sonstigen Betriebssteuern auszuweisen sind. Hierdurch wird auch die Aufblähung von Erträgen und Aufwendungen, die nur auf steuerlichen Spezialvorschriften beruhen, vermieden.
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